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Klassische Musik und Oper von Classissima

Gioacchino Rossini

Mittwoch 28. September 2016


Crescendo

7. September

Einer der „Drei Knaben“ - Franco Fagioli: Einer der „Drei Knaben“

CrescendoSeit Franco Fagioli in Leonardo Vincis Oper Artaserse die anspruchsvolle Rolle des Arbace sang, liebt ihn das Publikum. Für sein neues Album wählte der Countertenor Arien von Gioachino Rossini, in dessen Leben er Parallelen zu seinem findet.crescendo: Herr Fagioli, wenn man Sie singen hört, meint man, eine Frau zu hören. Sie klingen wie Cecilia Bartoli! Franco Fagioli: Danke! Das ist ein großes Kompliment für mich, weil sie als Mezzosopranistin eines meiner größten Vorbilder ist. Kennengelernt habe ich sie 2005 in Zürich, wo wir gemeinsam im Giulio Cesare sangen. Was uns beide verbindet, ist die bedingungslose Liebe für den Belcanto-Gesang. Mein Register übrigens ist das eines Mezzosoprans. Manche nennen mich einen männlichen Mezzosopran. Also das „dritte Geschlecht“, wie Gioachino Rossini es 1863 zu seiner Petite Messe solennelle formulierte? Ja. Er meinte damit die Kastraten, die es zu dieser Zeit zumindest in der Oper nicht mehr gab, von deren Gesang er aber nach wie vor fasziniert war. Als junger Mann hatte Rossini den letzten Kastraten auf der Opernbühne, Giovanni Battista Velluti, erlebt und ihm 1813 den Arsace in Aureliano in Palmira auf den Leib geschrieben. Belcanto ist kein Konzept aus dem 19. Jahrhundert. Das meinen wir nur heute. Wenn von Belcanto die Rede war, dann meinte man den Gesang der Kastraten, es war das Goldene Zeitalter. Aus Kastratenrollen sind mit Rossini und anderen Zeitgenossen die Hosenrollen entstanden. Das möchte ich auf meiner neuen CD zeigen. … nach Monteverdi, Händel, Porpora, Gluck, Mozart … … nun Rossini. Ich fühle mich sehr wohl mit ihm und seinen „Hosenrollen“. Mit Humperdincks Hänsel und Mozarts Cherubino auf der Bühne und Arien aus Rossinis Semiramide oder La donna del Lago begann ich meine Ausbildung, damals noch in Argentinien. Meine ersten Professoren waren ein Sopran und ein Bariton – es gab überhaupt keine Counter-Spezialisten dort. Sie lehrten mich die italienische Belcanto-Technik. In Argentinien geht man durch die italienische Schule, bis heute ist das große Vorbild des Teatro Colón die Mailänder Scala. Wäre es übrigens nach Rossinis Onkel, einem Metzger, gegangen, wäre der Komponist, der als Knabe sehr schön sang, kastriert worden, um seine Sopranstimme zu erhalten. Doch Rossinis Mutter verhinderte dies. Meine Mutter dachte immer, ich würde meine Stimme ruinieren, wenn ich so hoch singe. Sie wusste nichts von diesem Stimmfach. Auch meine Freunde dachten, ich mache mir nur einen Spaß und veralbere Frauenstimmen. Erst als ich eine Aufnahme des Stabat mater von Pergolesi in die Hände bekam, entdeckte ich, dass meine Stimme ein bisschen der von James Bowman ähnelte, einem Countertenor, der auf dieser Aufnahme mitwirkte. Eine noch größere stimmliche Nähe fand ich allerdings bei den großen Mezzosopranistinnen der Zeit, etwa neben Cecilia Bartoli auch Anne Sofie von Otter, Jennifer Larmore und sogar Marilyn Horne. Sie wuchsen in San Miguel de Tucumán auf, einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern im Norden Argentiniens. Dort wurde 1816, zu Lebzeiten von Rossini, die Unabhängigkeitserklärung von Spanien ausgerufen. Seitens meiner Mutter stamme ich übrigens von Spaniern ab. Väterlicherseits von Italienern. Zu Hause gab es populäre Musik, argentinische Folklore. Ich erinnere mich an Familienfeste, irgendwann griff man zur Gitarre, meist meine Mutter. Und man sang. Mit elf bat ich meine Mutter, in einen Chor eintreten zu dürfen. In jenem Jahr gab es in Tucumán die Aufführung von Mozarts Zauberflöte. Ich wurde einer der „Drei Knaben“, das war wirklich die erste Begegnung mit der Oper. Das war sehr wichtig für mich, sehr aufregend. Bei den Großeltern väterlicherseits gab es außerdem ein Klavier, das lernte ich zu spielen. Dann kam ich auf das Konservatorium und schrieb mich für Klavier ein. Der Gesang war eher ein Hilfsmittel für meine Klavierstudien. Heute ist es genau umgekehrt. Was hat Ihr Vater Ihnen gesagt, als er Sie zum ersten Mal mit einer so hohen Stimme hörte? Ich habe immer wieder sehr viel Unterstützung seitens meiner Familie erfahren, auch seitens meines Vaters. Ich weiß aber, was Sie mit Ihrer Frage meinen. Natürlich könnte man annehmen, dass man es in Südamerika seltsam findet, wenn ein Mann ein Countertenor wird. Gerade dort, wo es keine Tradition gibt. Ich war der erste Countertenor, der das Instituto Superior de Arte vom Teatro Colón durchlaufen hat. Den internationalen Durchbruch feierten Sie dann mit der gefeierten Aufnahme von Leonardo Vincis Oper Artaserse. Ja, das war eine entscheidende Produktion, die mich sehr weitergebracht hat! Als einer von fünf Countertenören habe ich die anspruchsvolle Rolle des Arbace gesungen, die Vinci für den berühmten Kastraten Carestini schrieb. Mittlerweile leben Sie in Madrid. Einer der heute populärsten Kastraten, Carlo Broschi, genannt Farinelli, wirkte hier von 1737 bis 1759 am spanischen Hof. Haben Sie sich schon auf seine Spuren begeben? Ich glaube, seine größte Spur hier ist seine Berühmtheit. Ich habe noch nicht in Madrid nach ihm gesucht. Ich kenne auch seine Schriften nicht. Ich weiß allerdings, dass er ein sehr gutes Verhältnis zu den Königen hatte, dass er es in hohe politische Positionen brachte. Neben seinem sängerischen Talent hatte er wohl auch ein großes Talent für Menschen und Beziehungen. Daher auch sein großer nachhaltiger Erfolg. Er wusste, wo er zu sein hatte. Angeblich soll er mit seinem Gesang König Philipp V. getröstet haben, der manisch-depressiv war. Farinelli wurde sogar Minister und Direktor eines Opernhauses, bekam den Orden von Calatrava, die höchste Auszeichnung, die der König zu vergeben hatte. Eine gewisse Parallele gibt es da zu Händel. Beide besaßen sie wohl eine politische Intelligenz. Könnten Sie sich eine solche Position bei Hofe vorstellen? Ach nein, ich glaube nicht. Ich liebe es zu singen, weil ich das Gefühl habe, dass ich damit etwas vermitteln und teilen kann. Das Wichtigste für mich ist, dies in dieser Form so weitermachen zu können. Was all die Positionen anbelangt, wird man sehen, wie es weitergeht. Am Hofe war Farinelli sehr beliebt. Beim spanischen Volk aber hieß es: „Kapaune in den Suppentopf!“ (lacht laut) Da war wohl Eifersucht im Spiel. Weil er dem König ja so nah war, so viel Einfluss hatte. Na ja, das kann uns nicht mehr passieren, weil wir ja keine kastrierten Hähne sind. Teresa Pieschacón Raphael Franco Fagioli: Rossini Deutsche Grammophon (Universal Music)

Crescendo

7. September

Adios, José - Adios, José

Das bewegte Leben von José Carreras macht ihn zu einem der ganz Großen des Metiers. Wir sandten unseren Autor in eine Aufführung von El Juez in Wien und blicken vom Tribünenplatz zurück auf einen Tenor, der auf keinen Fall als Sänger bei Fußball-WM-Eröffnungsfeiern in die Geschichte eingehen darf.Man musste zweimal hinsehen als José Carreras im Frühsommer 2016 auf den Plakaten des Theaters an der Wien zu sehen war. Etwas verjüngt zwar, doch ja, eindeutig er, der spanische Tenor, in gestrenger Pose. Kurzer Exkurs: Sonst sind ja oft fiktive Jünglinge und junge Damen zu sehen, die thematisch mehr oder weniger zur jeweils beworbenen Oper passen – und nicht etwa die auftretenden Sängerinnen und Sänger. Aber Carreras ist eben ein Ausnahmekünstler, und da macht man gerne eine Ausnahme. Außerdem: Wie sonst könnte man für den Versuch einer Oper namens El Juez / Los Niños Perdidos von Christian Kolonovits, einem jedenfalls in Österreich weltberühmten Pop-Komponisten, Reklame machen? Es ist ein letzter Abschied, ein Comeback, ein Dankeschön an den dritten der berühmten „drei Tenöre“. Es ist aber auch eine Ausnahme, was die Qualität des im Theater an der Wien Gebotenen betrifft: Das Haus, das seit seiner Wiedereröffnung als Opernhaus 2006 zum Besten, auf jeden Fall Interessantesten und Lebendigsten gehört, das die Wiener Kulturszene zu bieten hat, gönnte sich hier eine Hommage, bei der beide Augen, vor allem aber beide Ohren zugedrückt wurden: Die drei Stunden musikalische Versatzstücke, Puccini-Abklatsch und verkrampftes Viva-Espana-Kolorit – bei allgemeinem Fremdschämen sensibler Ohren – hätten wohl besser ins Wiener Musical-Theater Ronacher gepasst. Das glamouröse, nicht unbedingt operntypische Publikum mit dem Noch-Präsidenten der Republik unter den jubelnden Gästen verlieh seiner Verzückung allerdings lebhaften Ausdruck. Vielleicht ob der durchaus beeindruckenden Performance des fast 70-jährigen Carreras, der hervorragend in die Rolle des gealterten, aber noch aktiven Richters passte, dessen Gewissen ihn zur Aufklärung einer dunklen Kindesentführungsgeschichte im Spanien des Franco-Regimes treibt. In der Tat erhob sich Carreras mit seiner ruhigen Würde weit über diese seichte Klischeesuppe, und auch vokal konnte er noch einigermaßen überzeugen, da die Partie gnadenlos auf seine inzwischen sehr schmale Mittellage geschrieben worden war. Der Künstler Als Oper ist El Juez zum Vergessen, aber als Anlass, des Lebenswerkes von Carreras mit seinen künstlerischen Höhepunkten, seiner Popularität und seinen persönlichen Schicksalsschlägen zu gedenken, tat dieser Event wohl gute Dienste. Denn mit José Carreras geht ein kleiner Gigant der klassischen Musik in den dritten, nun wohl endgültigen Ruhestand. Beginnen wir mit seinem Namen: Josep Carreras (mit vollem Namen Josep Maria Carreras i Coll). Die katalanische Schreibweise seines Vornamens ist durchaus von Belang. Denn Josep ist nicht nur Teil des offiziellen Namens der Josep Carreras Leukaemia Foundation, er ist vor allem Teil seiner Identität. Als stolzer Katalane, dessen Vater im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco gekämpft hatte, bekam er die Unterdrückung von Regimegegnern aus nächster Nähe zu spüren: Sein Vater, ein Lehrer, war dazu gezwungen, als Verkehrspolizist zu arbeiten. Carreras wurde als José Carreras berühmt, fühlte sich aber immer als Josep; doch dieser Name wurde in den Zeiten der Zwangs-Hispanisierung durch das Franco-Regime nicht geduldet. Das erklärt Carreras’ Passion für El Juez – zumindest thematisch, behandelt das Werk doch die Zeit, in der Kinder (wie es heißt, bis zu 30.000) regimekritischer Gegner den Eltern weggenommen und, meist mit expliziter oder impliziter Unterstützung der katholischen Kirche, regimetreuen Paaren zwecks Adoption übergeben wurden. Josep Carreras wurde 1946 in Barcelona geboren, wo er (von einem Jahr Auswanderungsversuch seiner Familie abgesehen) auf- wuchs. Schon als Knabensopran hatte er im Gran Teatre del Liceu seine ersten Auftritte, bevor er 1970 von seiner Landsfrau Montserrat Caballé entdeckt wurde und neben ihr in Donizettis Lucrezia Borgia singen durfte. Es folgten Auftritte auf allen großen Opernbühnen der Welt sowie ein Exklusivvertrag mit Philips in einer der Blütezeiten der klassischen Schallplatten- (und CD-) Labels. Damals war Carreras, oft gemeinsam mit Caballé, ein Zugpferd, das es ermöglichte, unbekanntes Repertoire – oft Weltersteinspielungen – aufzunehmen und zu verkaufen. So zum Beispiel Verdi-Seltenheiten (Il corsaro, Un giorno di regno, Stiffelio, I due Foscari, La battaglia di Legnano), Rossini-Obskuritäten (Elisabetta, Otello) oder die zeitgenössische Misa Criolla von Ariel Ramírez. Auch mit der Ersteinspielung des einst populären Kleinods La Juive von Jacques Halévy wurde 1986 begonnen, doch musste dieses Projekt erst einmal unvollendet bleiben: Während der Dreharbeiten zu einer Filmversion von La Bohème wurde 1987 bei dem schmächtigen, damals 40-jährigen Katalanen akute lymphatische Leukämie diagnostiziert; und die Prognosen hinsichtlich seiner Lebenserwartung waren sehr pessimistisch. Doch Josep Carreras kämpfte mit allen Mitteln am Krebs-Forschungsinstitut „Fred Hutch“ in den USA gegen seine Krankheit, überlebte, erholte sich – und stand schon 1989 wieder (an der Seite seiner Freundin und Kollegin Montserrat Caballé) auf der Bühne. Auch La Juive wurde fertiggestellt, indem Carreras seinen noch fehlenden Part im Studio auf die ansonsten schon komplett eingespielte Aufnahme sang. Trug Carreras’ Stimme schon immer einen Hauch Verletzlichkeit in sich, so wurde dies nun offensichtlich – was aber in vielen Fällen dramatisch angebracht und seinem Ruf als sensiblem Künstler durchaus zuträglich war. Noch davor hatte der Sänger die schon erwähnte Leukaemia Foundation (in Deutschland seit 1995 vertreten als „Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.“) gegründet, welche die Erforschung der Krankheit, von ihr betroffene Patienten sowie Krankenhäuser in ihrem Kampf gegen den Blutkrebs unterstützt, wobei Carreras diesem Zweck unter anderem auch eine jährliche Spendengala widmet. Der dritte Tenor Josep Carreras ist am bekanntesten als einer der „drei Tenöre“. Die „drei Tenöre“ haben klassische Musik beziehungsweise ein kleines, schmales Tortenstück klassischer Musik zwischen italienischer Oper und Vokalkitsch an ein Massenpublikum gebracht, wie es sonst kaum je klassische Musiker geschafft haben. Im Dunstkreis von Liberace, Beverly Sills (in Amerika), André Rieu, David Garrett, Richard Clayderman waren die „drei Tenöre“ auf der seriösen Seite; und der offensichtlich stillere, ruhige, sich seiner Rolle in diesem Trio bewusste Josep Carreras war der sich am wenigsten anbiedernde. Aber er war auch der Initiator des Dreigespanns: passenderweise aus teils fußballerischem Anlass (nämlich zum Finale der Fußball-WM 1990, nur Stunden vor Andreas Brehmes erfolgreichem Foul-Elfmeter gegen Argentinien), denn neben der Oper gilt Carreras’ Liebe dem Fußball generell und dem FC Barcelona im Speziellen. (Es war zudem eine Benefizveranstaltung für seine Stiftung.) Dementsprechend suchte und fand Carreras sofort nach dem Schlussapplaus für El Juez auf der Premierenfeier einen Fernseher, um gemeinsam mit anderen Interessierten das Europameisterschaftsviertelfinale Deutschland gegen Italien zu verfolgen. Es war das große Comeback von Carreras, dem Tod entschlüpft, aber es war auch der Anfang vom Ende seiner großen Opernkarriere. Schon vor seiner Erkrankung hatte die Stimme, so Kritiker, etwas von ihrem Charme und Schmelz verloren. Carreras hatte sich, nicht zuletzt auf Herbert von Karajans Rat, schwerere Rollen zugetraut (Don José, Don Carlo, Andrea Chénier), die möglicherweise seiner Stimme abträglich waren. Mehr und mehr konzentrierte er sich auf Crossover-Repertoire mit den anderen zwei Tenören – oder auch ohne sie. „Ich hatte eine Karriere vor meiner Krankheit und eine andere danach …“ Es mögen ihn stimmliche Gründe, die Lukrativität oder aber die Hoffnung bewegt haben, mit Crossover ein Publikum für klassische Musik zu interessieren, das sonst keinen Kontakt zur Oper gehabt hätte. Vermutlich war es ein bisschen von allem. Nun, auf seiner Abschiedswelttournee und im letzten aktiven Jahr seiner Karriere, war El Juez die finale Rückkehr zur Oper: Sie wurde in Bilbao, Erl, St. Petersburg und schlussendlich in Wien aufgeführt. Mit Kolonovits, der auch Produzent ist, verbindet Carreras sein Abschiedsalbum a la Frank Sinatra (einem Idol Carreras’: „Er ist der Beste“), nur dass sich die auf „25 – Meraviglioso“ enthaltene bunte Mischung der größeren und mittleren Klassikstars nicht zu einem gemeinsamen Konzert zusammenfand, sondern jeder in seinem jeweiligen Studio seinen Teil ablieferte, der dann mit den anderen zusammengemischt wurde. Das Alter Wien, wo Carreras schon 1999 mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet wurde, ist freundlich zu verdienten Stars, insbesondere in der Kulturszene. Die Kritiken urteilten milde über die von Emilio Sagi inszenierte Oper, das brauchbare Libretto von Angelika Messner, die ordentlichen Nebensänger, die gleichwohl keinen bleibenden Eindruck hinterließen, sogar über die Musik – und natürlich Carreras selbst. Nur das Diktum „hölzerne Bühnenpräsenz“, die „José Carreras ein wenig wie ein Geist seiner selbst wirken“ habe lassen (Stefan Ender), verströmte einen Hauch der ansonsten gerne scharfen Wiener Kritik. Wobei das Hölzerne ganz gut zum Charakter des Richters passte und auch inzwischen Teil des bald 70-jährigen Josep Carreras zu sein scheint: So wirkt er freundlich, korrekt, nicht ohne Strenge; man käme nicht auf die Idee, ihm gegenüber förmlich, forsch oder frech zu werden. Pünktlich und kollegial sei er stets, meinen Mitarbeiter, und höflich dazu. Doch als Carreras kürzlich in der Royal Albert Hall eine Vorstellung gab, war die Kritik vernichtend: „Ein erbärmliches Ereignis, das mich akut daran erinnerte, welche Tragödie es ist, nicht zu wissen, wann man aufhören muss.“ (Rupert Christiansen) Das ist doch einigermaßen grob ausgedrückt – bei einem Mann, der sich so erfolgreich „aufzuhören“ weigerte, als ihm das Schicksal schon das Fine ins Lebensbuch eingetragen hatte. Wer dem Tod so knapp von der Schippe springt, der wird es vielleicht als Gnade empfinden, so lange gesungen haben zu dürfen, weit jenseits des stimmlichen Höhepunkts. Seinen Ruf ruiniert sich Carreras mit ein paar wenigen etwas fragwürdigen Altersauftritten wohl kaum: Tausende Fans jubeln ihm immer noch zu. Josep Carreras tritt nun von der Bühne ab, verabschiedet sich aber keineswegs in den Ruhestand. Er wird sich noch intensiver um seine Stiftung kümmern. Menschen in ihrem Kampf gegen Blutkrebs zu helfen – da geht es nicht um Applaus und schon gar nicht um Kritiken. Jens F. Laurson






Gioacchino Rossini
(1792 – 1868)

Gioachino Rossini (29. Februar 1792 - 13. November 1868) war ein italienischer Komponist. Er gilt als einer der bedeutendsten Opernkomponisten des Belcanto. Seine Opern Der Barbier von Sevilla und La Cenerentola (Aschenputtel) gehören zum weltweiten Standardrepertoire der Opernhäuser.



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